Verzweiflung (Ludwig Tieck)
So tönet denn, schäumende Wellen,
Und windet euch rund um mich her!
Mag Unglück doch laut um mich bellen,
Erbost sein das grausame Meer!
Ich lache den stürmenden Wettern,
Verachte den Zorngrimm der Flut,
O mögen mich Felsen zerschmettern!
Denn nimmer wird es gut.
Nicht klag ich, und mag ich nun scheitern,
In wäßrigen Tiefen vergehn!
Mein Blick wird sich nie mehr erheitern,
Den Stern meiner Liebe zu sehn.
So wälzt euch bergab mit Gewittern,
Und raset, ihr Stürme, mich an,
Daß Felsen an Felsen zersplittern!
Ich bin ein verlorener Mann.
Despair
Resound, then, foaming waves,
And coil yourselves around me!
Let misfortune rage loud around me,
And let the cruel sea roar!
I scoff at the raging gales,
Scorn the fury of the flood,
If only rocks would dash me to pieces!
For I shall never thrive.
I shall not complain, though I now founder,
And perish in watery depths!
Nevermore shall my gaze be cheered
By the sight of my love’s star.
So thunder down the mountainside,
And rage at me, you storms,
So that rock shatters on rock!
I am a lost man.